„Raum der Stille“, 4. März 2018

5 Jahren „GOSPELtime“ Gottesdienste in Kehl –
5 Jahre Unterstützung von sozialen Projekten!

Wir unterstützen im 16. GOSPELtime am 4.3.2018 das Projekt
„Raum der Stille“ des Hospizvereins Offenburg.

„Eines der Hauptanliegen der Hospizarbeit ist die Begleitung schwerst kranker und sterbender Menschen. Jeder Mensch lebt in einem sozialen System, in der Familie, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft. Auch dieses System wird von uns mit begleitet. Bei Menschen, die schon länger pflegebedürftig sind und zu Hause oder im Pflegeheim versorgt werden, gehört auch das Pflegepersonal dazu. Ärztinnen und Ärzte sind in der Begleitung wichtige Kooperationspartner.“ (Zitat HP des Hospizvereins Offenburg)
Frau Lubitz stellte uns im Interview die vielschichte Arbeit des Vereins vor und informierte uns auch über die Besonderheit des „Raum der Stille“ (siehe Artikel unten)



Niemand weiß, wie Sterben geht
Die Arbeit des Hospizvereins war Thema bei der Gospeltime

„Eindringliche Gospelmusik und eine knackige Predigt erlebten die Gottesdienstbesucher am Sonntag in der Johanneskirche. Wie in jeder Gospeltime wurde wieder ein soziales Projekt vorgestellt, diesmal der Hospizverein Offenburg.  Mit einem sanften »Give Glory to God« zogen sie in die Kirche ein, die zwölf Sänger des Gospelchors »Sunrise« aus Oberkirch. Mit ihren regenbogenbunten Schals wirkten die Chormitglieder im stimmungsvoll beleuchteten Altarraum auch optisch wie Friedensbringer. Das allen bekannte »Oh Happy Day« verbreitete die frohe Botschaft in der Johanneskirche. Sehr berührend waren die Stücke »Somebody to lean on« und »Amazing Grace«. 

Geld statt Augenlicht 

Klare und einfache Worte fand Pfarrer Reinhard Sutter mit der Geschichte des blinden Barimäus, den Jesus geheilt hatte. Doch zuvor fragte Jesus: »Was willst du? Was soll ich für dich tun?« Für Sutter bedeuteten diese Fragen, dass Jesus zunächst wissen wollte, was Barimäus denn wirklich wollte. Vielleicht wollte er gar nicht sehen, sondern Geld. »Wir treffen in unserem Alltag immer wieder auf Menschen, die eine Bedürftigkeit haben«, führte der Pfarrer aus. »Wie oft versuche ich zu helfen, bevor ich frage, was der andere eigentlich will, nur weil ich meine zu wissen, was das Beste für mein Gegenüber ist.« 

Sutter stellte auch die Frage in den Raum, was denn Jesus von uns erwarte. Seine Antwort war einfach und schwer zugleich – »Jesus erwartet Vertrauen, dann kann die heilsame Wirkung Gottes auch in unserem Leben helfen.« Was willst du, was soll ich für dich tun – das sind auch zentrale Fragen beim Hospizverein Offenburg. Clemens Bruder vom Gospeltime-Team hatte Monika Lubitz, Einsatzleiterin beim Hospizverein, als Interviewpartnerin und ließ sich von ihr erklären, was der Verein leistet.

»Wir werden immer dann kontaktiert, wenn es ums Sterben geht«, brachte es Lubitz auf den Punkt. Sehr einfühlsam erzählte sie den Gottesdienstbesuchern von einer kranken Frau, die wissen wollte, wie sterben geht. »Das wissen wir auch nicht, wir können nur da sein und mit aushalten.« 

Qualifizierte Laien

Die Arbeit im Verein wird hauptsächlich von Ehrenamtlichen erbracht, die umfangreich auf die Tätigkeit vorbereitet werden. »Unsere Mitarbeiter sind qualifiziert, aber nicht professionell«, betonte Lubitz. »Was genau ist denn Sterbebegleitung?«, wollte Clemens Bruder wissen. »Dasein, nicht wegschauen, wenn Tränen fließen, die Hand halten, wenn es gewünscht ist und vor allem dem betroffenen Menschen vermitteln, dass er bis zum letzten Augenblick wichtig ist«, erklärte Lubitz. Neben der Sterbebegleitung bietet der Hospizverein auch Informationsveranstaltungen zum Thema Patientenverfügung und Gespräche für Trauernde an. 

Zum Schluss des sehr emotionalen Gottesdienstes verzauberte der Chor mit Stücken wie »Words« von den Bee Gees, »Adiemus« von Enya und »In Dreams« aus »Herr der Ringe«. Den Abschluss der Gospeltime bildetet das Segenslied »May the Lord send Angels«.“

Presseartikel Sabine Schafbauer, Kehler Zeitung